Dienstag, 15. Juli 2014

Gelungene Generalprobe in Konz

"Irgendwo das Paradies" lautet der Titel des Kästner-Musicals, das morgen Premiere am Gymnasium in Konz feiert. Ich habe mir heute die Generalprobe angeschaut und empfehle euch dieses außergewöhnliche Projekt.

Die Regiesseure haben die Handlungssträge aus Pünktchen und Anton geschickt mit dem Fabian verknüpft. Dazu werden einige Gedichte vertont vorgetragen. Auf dem Foto sieht man Kästner (mitte) mit Fabian (rechts) und Karlinchen, einer (fiktiven) Zwilligsschwester von Pünktchen, im Café Leon sitzen. Man diskutiert über die Nachdenkereien, die Karlinchem überhaupt nicht gefallen.
Die Schauspieler aus allem Klassenstufen sind mit sehr viel Engagement bei der Sache und die musikalische Leistung von Chor, Solisten und Combo ist außergewöhnlich. Die aktuelle Ankündigung aus der lokalen Zeitung findet ihr hier.

Wer also Zeit und Lust hat, sich am 16. oder 23. Juli nach Konz zu begeben, dem sei dieses Ereignis wärmstens empfohlen!

Sonntag, 29. Juni 2014

Interessantes Projekt am Gymnasium in Konz

Liebe Kästner Freunde,
ein sehr interessantes Projekt wird am 16. und 23. Juli in Konz auf die Bühne gebracht. In einer Ankündigung auf der Schulhomepage heißt es:

"Zwei Handlungsstränge kreuzen sich hier. Zum einen ist das Kinderbuch „Pünktchen und Anton“ zu einem Musical mit vielen lustigen und auch anrührenden Liedern umgeschrieben worden. Und zum anderen wird Erich Kästner selbst die Bühne so betreten, wie man ihn Anfang der 30er Jahre in Berlin kannte: bei jedem Wetter mit Regenschirm in einem Café, Texte unterschiedlichster Art und Gattung schreibend und jeder Zeit bereit, mit Gedichten in einer Revue selbst aufzutreten. Dabei diskutiert er mit einer couragierten Elfjährigen über „Pünktchen und Anton“, begegnet Figuren aus seinem Roman „Fabian“ und auch solchen aus seinem eigenen Leben, wie z.B. seiner Mutter. Zuschauerinnen und Zuschauer werden versetzt in das Jahr 1931, erleben mit, was den Autor Kästner in diesem Jahr umtreibt. Damals feierten die Comedian Harmonists große Erfolge. Deren Lieder bilden das Rückgrat des Musicals, sozusagen den Grundakkord."

Auch die lokale Presse hat bereits berichtet. Den Artikel findet Ihr unter diesem Link.
Es scheint ein einzigartiges Projekt zu sein! Ich hoffe, wir sehen uns.

Samstag, 28. Juni 2014

Radiotipp

Zwischen allen Stühlen 
Eine lange Nacht über Erich Kästner 
Sendezeit: am 26.Juli 2014 um 0.05 bis 3 Uhr im Deutschlandradio Kultur und um 23.05 bis 2 Uhr im Deutschlandfunk.
Im Programmheft findet man folgende Ankündigung: "Eine heiter-melancholische Radiorevue über einen Mann, der das Militär hasste, die Frauen begehrte und seine Mutter liebte; über einen Schriftsteller, der von den Lesern verehrt und den meisten Kritikern geschmäht wurde. Ein Schriftsteller, der es wagte, der Verbrennung seiner Bücher durch die Nazis am 10. Mai 1933 auf dem Berliner Opernplatz beizuwohnen."
Eine „Lange Nacht“ über Erich Kästner mit Udo Samel und dem Berliner Kabarett-Ensemble Tingeltangel." Regie: Rita Höhne 
Dieser Beitrag wurde bereits am 21. Feb. 1999 unter dem Titel: >>Zwischen allen Stühlen<< zum 100. Geburtstag von Erich Kästner gesendet. Es handelt sich um eine Aufnahme der Veranstaltung vom 4. Feb. 1999 aus dem Konzerthaus Berlin / Schauspielhaus am Gendarmenmarkt. DW

Dienstag, 3. Juni 2014

Hanna Maron gestorben

Heute am 3. Juni erschien in der Süddeutschen Zeitung (Feuilleton S. 11) ein posthumes Interview mit der Schauspielerin Hanna Maron (früher Hannele Maierzak), die am 30.5. in Tel Aviv starb. Sie spielte unter anderem in Berlin vor 1933 die Rolle des Pünktchen im Theaterstück „Pünktchen und Anton“. In Paris, wohin ihre Mutter mit ihr 1932 nach der Trennung von ihrem Mann fuhr, spielte sie in der französischen Fassung der Theaterfassung von „Emil und die Detektive“ mit.

Mittwoch, 7. Mai 2014

Erich Kästner: "Bücher kann man nicht verbrennen"

Aus Anlass der Bücherverbrennungen 1933, die ihren Anfang in Dresden nahmen, veranstalten die Unabhängige Schriftsteller Assoziation Dresden e. V. und das Literaturhaus Villa Augustin am 08. Mai einen mehrmedialen Abend mit Lesungen, symbolischer Rückgabe der Verbrannten Bücher an die Leser sowie Filmvorführung, zu dem wir Sie herzlich einladen möchten.
Es lesen die Dresdner Autoren Norbert Weiß und Uta Hauthal aus der Verbrannten Literatur von Joachim Ringelnatz und Elisabeth Hauptmann. Im Vorfeld oder zur Veranstaltung können Sie außerdem gern ein Buch der „Schwarzen Liste“ mitbringen, um es so den Lesern symbolisch zurückzugeben. In einer anschließenden Gesprächsrunde kann über diese Werke gesprochen werden. Alternativ findet eine Vorführung des Films „Fahrenheit 451“ (1966, François Truffaut) statt, der auf dem gleichnamigen Buch von Ray Bradbury aus dem Jahr 1953 basiert. Der Roman beschreibt eine dystopische Mediengesellschaft, in der Denken verboten ist, der Besitz von Büchern geahndet wird und diese verbrannt werden. 451 Grad Fahrenheit bezeichnet dabei die Temperatur, bei der Papier Feuer fängt.
Beginn ist 19:00, der Eintritt ist frei. 

Mehr dazu hier 

Sonntag, 4. Mai 2014

Schule der Diktatoren nach Erich Kästner

Premiere im Jungen Studio Theater Lübeck am 3.5.2014


In einem rechteckigen Raum zerteilen zwei rote Teppiche diesen diagonal. In jedem der vier entstehenden Dreiecke sind je 15 Zuschauerplätze symmetrisch angeordnet: In den vier Ecken des Raumes stehen schon jeweils drei Diktatorenschüler im stilisierten Frack mit weißer Hemdbrust und Bowler bereit. Die Zuschauer nehmen Platz, das Licht geht aus und nach einer kurzen Stille ertönt eine Marschmusik und die >Ausbildung< beginnt: Die Diktatorenanwärter marschieren quer durch den Raum auf dem roten Teppich - der Bühne. Es folgt der Auftritt eines Präsidenten, ein Attentat, das Nachhelfen der eigentlichen Drahtzieher...
Szenenwechsel: Bei bekannter Marschmusik werden die roten gegen grüne Teppiche ausgetauscht....
Szenenwechsel: Bei bekannter Marschmusik werden die grünen gegen die roten Teppiche ausgetauscht ...
 
Die Handlung nimmt ihren Lauf, die Marschmusik verändert ihren Klang, klingt manchmal verzerrt, mal zackig, mal dumpf. Die jungen Schauspieler des Spielclubs 4 sind sehr entschlossen und konzentriert in dem Stück eingebunden. Eine großartige Leistung! Viele der 12 Protagonisten bekleiden Doppel- oder Dreifachrollen. Der ritualmäßige Szenenwechsel bietet Zeit in das andere Kostüm zu schlüpfen. Für den Zuschauer ein Verweilen im Geschehen. Die Zahl der Diktatorenschüler wird durch den natürlichen Schwund geringer... - bis zur Revolution...

Mit großem Beifall wird die anderthalbstündige Aufführung beendet!
Es ist wirklich schade, das sich weit und breit nur 4 Aufführungen im Spielplan des Lübecker Theaters finden lassen, da die Aktualität einer Systematisierung 57 Jahre nach der Uraufführung von Erich Kästners Stück in nichts eingebüßt hat.      (DW)
weitere Aufführungen: 4.5, 5.5. und 6.5.2014

Mittwoch, 30. April 2014

Rezension zu Walter Trier: Eine Bilderbuch-Karriere

Antje Neuner-Warthorst
Walter Trier: Eine Bilderbuch-Karriere.- Berlin: Nicolai, 2014.- 304 S.

Die Autorin bekennt gleich in der Einleitung, daß es außer knappen Angaben zur Ausbildung "aus dem weiteren Leben von Walter Trier kaum schriftliche Zeugnisse oder private Dokumente" gibt. Unter diesen miesen Voraussetzungen dennoch eine Lebensbeschreibung zu wagen (nach der umfangreichen Werkanalyse für das Wilhelm-Busch-Museum), scheint daher ein fast tollkühnes Unternehmen. Aber Neuner-Warthorst schafft das Kunststück, aus zahlreichen Bildbeiträgen Triers und vielen Zeugnissen von Freunden und Kollegen (darunter den besonders informativen Erinnerungen Max Brods an die gemeinsame Kindheit) seinen Lebenslauf und die berufliche Karriere herauszudestillieren. Das liest sich äußerst spannend, und man bekommt zugleich eine Kulturgeschichte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts aus einem speziellen Blickwinkel mitgeliefert, in der Erich Kästner naturgemäß eine besondere Stellung einnimmt.
Andreas Bode